Saturn Jupiter Konjunktion

Da ist er wieder – der Stern von Bethlehem

Der 21. Dezember ist nicht nur der kürzeste Tag des Jahres 2020, dieses Jahr eröffnet er uns zugleich ein Himmelsspektakel, das es das letzte Mal vor knapp 800 Jahren (4. März 1226) gab. Die beiden größten Planeten Jupiter und Saturn stehen gemeinsam mit der Erde zufällig in etwa auf einer Linie in Konjunktion. Von uns aus gesehen, stehen beide Riesenplaneten so eng beieinander, dass sie einen einzigen fetten Lichtpunkt am Himmel bilden, wenn man das Bild nicht gerade mit einem Fernrohr besser auflöst.

Saturn Jupiter Konjunktion

Am 24. Dezember 1603 beobachtete Johannes Kepler in Prag eine solche Konjunktion und dachte darüber nach, ob diese Planetenkonstellation vielleicht für den sagenumwobenen Stern von Bethlehem verantwortlich war, denn die einstigen babylonischen Astronomen wären gewiss keinem Kometen hinterhergerannt, galt dieser doch schon immer als Unheilbringer und eben nicht als Zeichen Gottes. Kepler rechnete also mal nach und fand heraus, dass sich Jupiter und Saturn tatsächlich im Jahr 7 v. Chr. im Sternbild der Fische begegneten.

Gestützt wird diese These dadurch, dass die drei Weisen aus dem Morgenland in Jupiter einen Königsplaneten sahen und Saturn galt als der Planet des Volkes Israel, wobei das Sternbild der Fische zugleich ein Sinnbild für das Land Judäa war. Die sternkundigen Babylonier konnten dies nur als ein himmlisches Zeichen für die Geburt des neuen Königs der Juden interpretieren.

Zurück in Deutschland wird es also heute (21.12.2020) zwischen 17:00 und 18.47 Uhr am Himmel interessant. Richten Sie Ihren Blick nach Südwesten, nicht weit über dem Horizont. Bereits mit einem Fernglas können Sie sogar die Jupitermonde sehen. Um auch noch die Saturnringe erkennen zu können, brauchen Sie aber mindestens eine 30-fache Vergrößerung.

Im Übrigen kann eine solche Konjunktion der Gasriesen zu etwas höheren Tidenhüben bei uns führen.

Beitragsbild von Gerd Altmann auf Pixabay!