Die Perseiden kommen ab 17. Juli

Alle Jahre wieder kreuzt unsere Erde die „Staubspur“ des Kometen 109 P Swift/Tuttle. Dies passiert meistens um den 12. August herum. Die Relativgeschwindigkeiten und Impulse zwischen der Erde und den winzigen Staubbröckchen sind so groß, dass jene Teilchen, die dabei in die Erdatmosphäre eindringen, diese lokal kurz zum Leuchten anregen.

Zum besseren Verständnis: Was wir da sehen, ist nicht das Verglühen eines kleinen Brockens, sondern das sogenannte Rekombinationsleuchten von Luftmolekülen, die durch den heftigen Stoß ionisiert worden sind. Da der Staubschweif des Kometen eine gewisse Breite hat, beginnt das Durchfliegen schon am 17. Juli und dauert dann an bis zum 24. August.

In manchen Jahren kommen wir dem Kometen relativ nahe, das bedeutet, dass sich der Staubschweif noch nicht so weit gefächert ausgedünnt hat, sondern die Dichte der Staubteilchen ist in solchen Jahren deutlich größer. Zuletzt war das 1991, 1992 und 1993 so, als man mehr als 350 Meteore pro Stunde beobachten konnte.

Die Sternschnuppen der Perseiden werden auch als Laurentiustränen oder Tränen des Laurentius bezeichnet. Manche dieser „Feuerkugeln“ können sogar die Helligkeit der Venus übertreffen. Wer genau hinschaut, wird bemerken, dass all die Lichtspuren ihren Ursprung in einem bestimmten Bereich des Himmels haben und dieser liegt in etwa im Sternbild des Perseus. Wenn du das berühmte W der Kassiopeia kennst und findest, dann bist du dem Sternbild Perseus schon recht nahe.

Vielleicht bist du schon mal mit dem Auto relativ zügig durch ziemlich dichtes Schneetreiben gefahren? Dabei hattest du möglicherweise den Eindruck, dass all die vielen Schneeflocken von einem zentralen Punkt vor der Frontscheibe kommend seitlich am Auto vorbeiflitzen. So in etwa geht es der Erde auch, wenn sie einen Kometen-Staubschweif quert.

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109P/Swift-Tuttle

Dieser eher kurzperiodische Komet wurde im Juli 1862 von Lewis A. Swift und Horace Parnell Tuttle entdeckt, daher auch sein Name. Im Laufe vieler Jahrhunderte haben sich die Teilchen des sich auflösenden Kometenkerns auf seiner Bahn um die Sonne verteilt. Immer dann, wenn die Erde dort Mitte August mit circa 60 Kilometer pro Sekunde hindurch saust, entsteht der bekannte, gut sichtbare Meteorstrom.

„Sternschnuppen“ in der Nacht

Die Sonnenumlaufbahn des Kometen ist extrem lang gestreckt: Sein nächster Punkt zur Sonne (das Perihel) beträgt nur 0,96 Astronomische Einheiten (AE), was erklärt, dass er die Erdbahn kurzzeitig kreuzen muss. Sein fernster Punkt zur Sonne liegt aber mehr als 51 AE weit weg. Zum Vergleich: Die Bahn des achten Planeten Neptun ist in etwa 30 AE von der Sonne entfernt.

Der Komet kann der Erde zuweilen äußerst nahe kommen, eine Kollision ist nicht ausgeschlossen, insbesondere dann nicht, sollte es irgendwann einmal zu Bahnstörungen kommen, die beispielsweise der massereiche Jupiter verursachen könnte. Das nächste Mal wird uns 109P/Swift-Tuttle im Jahre 2126 „besuchen“ und sich der Erde bis auf 0,15 AE annähern, das klingt zwar nach wenig, bedeutet aber noch immer 25 Millionen Kilometer.

Wir brauchen also keine Angst zu haben, sollte man meinen. Doch mit einem Durchmesser von 26 Kilometern könnte der Kometenkern eine Masse von mehr als 25 Billionen Tonnen auf die Waage bringen, was bei einem Einschlag mehr als nur einen ordentlichen „Wumms“ bedeuten würde. Es wäre ein Szenario ähnlich dem Massensterben am Ende der Kreidezeit, als die Dinosaurier die Erde für immer verlassen mussten.

Diese Überlegungen sollten genug Anlass dazu geben, beim nächsten Mal einen Blick in den nicht allzu fernen Asteroidengürtel zu werfen, aus dem heraus der Erde jederzeit ein etwas unangenehmer Besucher droht.