Mars-Missionen

Die geplanten bzw. gestarteten Marsmissionen in 2020:

  1. ExoMars-Mission – Europäische Raumfahrtagentur ESA in Zusammenarbeit mit der russischen Raumfahrtagentur „Roskosmos“. Auf der Marsoberfläche wird der Rover „Rosalind Franklin“ abgesetzt.
  2. Mars 2020-Rover – ein NASA-Projekt.
  3. Sonde „Yinghuo-2“ – organisiert von der chinesischen Raumfahrtagentur CNSA
  4. eine VAE-Marsmission – ausgetragen durch die Raumfahrtorganisation der Vereinigten Arabischen Emirate

Für das Jahr 2020 waren vier Marsmissionen geplant. Mit Hochdruck arbeiteten mehrere Forschungseinrichtungen an deren Erfolg. Im Juli und August 2020 sollte es losgehen mit den Starts – es sollte ein „heißer“ Sommer werden!

Eine Rakete startet | Bild von WikiImages auf Pixabay

Der Zeitpunkt wurde nicht zufällig gewählt. Erde und Mars befanden sich dann auf ihren Bahnen an so vorteilhaften Positionen, dass die Reise zum Mars in höchstens zehn Monaten zu schaffen ist, ein Katzensprung für kosmische Verhältnisse. Sollten die Wissenschaftler das günstige Zeitfenster verpassen, würde es mehr als zwei Jahre dauern, bis eine solche Konstellation für eine auch in finanzieller Hinsicht günstige Reise wieder gegeben ist. Das wissenschaftliche Interesse an unserem Nachbarplaneten Mars ist enorm.

Vor diesem Hintergrund möchten wir gern den weiteren Verlauf der im Jahr 2020 begonnenen vier Marsmissionen aufmerksam verfolgen. Im Juli starteten die ersten unbemannten Sonden eines Viererpacks, bei dem gleich vier ganz unterschiedliche Institutionen beziehungsweise Nationen ihren dauerhaften Anspruch auf den Mars anzumelden versuchen. Das liegt unter anderem an dem gerade sehr günstigen Zeitfenster für die Starts, das Reisen von maximal nur zehn Monaten möglich macht.

2020 – das Jahr der Mars-Missionen

Um diese vier Mars-Missionen soll es in allen folgenden Beiträgen gehen, wobei wir unsere Leser natürlich gern auch über andere aktuelle Ereignisse informieren werden:

Die arabische Raumsonde zum Mars

Bild von Gordon Johnson auf Pixabay

Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) haben am frühen 20. Juli eine Sonde auf der südjapanischen Insel Tanegashima gestartet, die den Mars zunächst nur umrunden soll. Die Marsmission trägt den bezeichnenden Namen „Al-Amal“ (Hoffnung) und soll dem arabischen Land dabei helfen, zur einstigen Größe in den Wissenschaften zurückzufinden, die es in der Vergangenheit schon einmal innehatte.


Das chinesische Marsprojekt

Bild von Pixabay

Am 23. Juli 2020 entsandte China ein Erkundungsfahrzeug. Es wird voraussichtlich im Februar 2021 in einen Mars-Orbit einlenken und im Mai 2021 auf der Oberfläche landen. Gestartet ist diese chinesische Mars-Mission „Tianwen-1“ vom Weltraumbahnhof Wenchang. Übersetzen lässt sich die Bezeichnung in etwa mit „Fragen an den Himmel“, was auf ein Gedicht des chinesischen Dichters Qu Yuan anspielt. Das Gesamtsystem besteht aus einem Orbiter und einem Landegerät sowie einem Fahrzeug, das man gut mit einem Golfplatzfahrzeug vergleichen kann.


Mars-Mission der NASA

Bild von Gordon Johnson auf Pixabay

„Perseverance“ darf mit „Durchhaltevermögen“ übersetzt werden. So heißt der ungefähr 2,1 Milliarden Euro teure US-amerikanische Rover, dessen Aufgabe darin besteht, nach Spuren von Leben zu suchen. Am 30. Juli 2020 hob die Trägerrakete vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral (Florida) ab. Schon ein paar Stunden später meldete das Vehikel technische Probleme, die wahrscheinlich mit der extremen Kälte im Erdschatten zu tun hatten.
Der Rover, der auf der Erde über eine Tonne wiegt (auf dem Mars gut ein Drittel davon), soll im Februar 2021 gemäß Planung in einem „ausgetrockneten See“ landen, wo seine Suche nach Spuren des früheren mikrobiellen Lebens relativ erfolgversprechend ist. Selbstverständlich ist auch die Aufnahme von Staub- und Gesteinsproben vorgesehen. Die Ausstattung von Perseverance umfasst:

  • sieben wissenschaftliche Geräte
  • zwei Mikrofone
  • 23 Kameras
  • einen Laser
  • eine Drohne

Die europäische Mars-Mission

Bild von Christian Dorn auf Pixabay

Die Raumfahrtagentur ESA wollte in Zusammenwirken mit der russischen Raumfahrtagentur Roskosmos in diesem günstigen Zeitfenster ebenfalls einen Rover zum Mars entsenden. Doch inzwischen wurde der Start auf 2022 verschoben. Neben Verzögerungen durch die Coronavirus-Epidemie waren es vor allem Probleme mit den Fallschirmen, die bei Tests offenkundig wurden.


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