Mein Vater erklärt mir jeden Sonntag unsere Nachbarplaneten

So wirst du die Reihenfolge unserer Planeten nie vergessen

Mein Vater erklärt mir jeden Sonntag unsere Nachbarplaneten.“ Das ist nur ein einfacher, fast banaler Satz, der gewiss nicht in jeder Familie gelebt wird, aber denkbar, ja irgendwie sogar wünschenswert ist. Auf jeden Fall ist er sehr hilfreich, falls jemand Schwierigkeiten damit hat, sich die Reihenfolge der Planetennamen in unserem Planetensystem zu merken:

  1. Mein – Merkur
  2. Vater – Venus
  3. erklärt – Erde
  4. mir – Mars
  5. jeden – Jupiter
  6. Sonntag – Saturn
  7. unsere – Uranus
  8. Nachbarplaneten – Neptun
Die Reihenfolge der Planeten des Sonnensystems

Schön, wenn das alles so einfach wäre. Früher hätte der Spruch eher so geendet: „… unsere neun Planeten“ für Uranus, Neptun, Pluto. Doch Letzterer ist von den Astronomen zu einem Zwergplaneten, von denen es noch eine ganze Reihe in unserem Sonnensystem gibt, geradezu „degradiert“ worden.

Pluto (♇) wird damit nur noch als „Objekt des Kuipergürtels*“ gehandelt, obwohl seine Größe immerhin circa einem Drittel unseres Erdmondes entspricht. Seine Bahn weit draußen um die Sonne ist allerdings sehr exzentrisch, also lang gezogen oder elliptisch.

Entdeckt wurde der ferne kleine Pluto am 18. Februar 1930 und galt lange Zeit als der neunte Planet. Doch am 24. August 2006 hatten die Wissenschaftler der Internationalen Astronomischen Union (IAU) nichts Besseres zu tun, als den Begriff Planet formal neu zu definieren, was dem kleinen Pluto den Garaus machte. Anlass dazu war die Tatsache, dass weit draußen im Kuipergürtel immer mehr solcher ähnlich großen „Plutoide“ entdeckt wurden. Seither trägt Pluto also nur die Kleinplanetennummer 134340.

Der „Zwergplanet“ Pluto – ehemals der Neunte Planet unseres Planetensystems

Für eine Runde um die Sonne braucht Pluto fast 248 Jahre. Die deutliche Exzentrizität seiner Umlaufbahn ist dadurch gekennzeichnet, dass der kleinere Durchmesser der Ellipse um knapp ein Viertel kürzer ist als der längere Durchmesser. Dabei kreuzt Pluto an zwei Stellen die Neptunbahn, ist also zu gewissen Zeiten der Sonne sogar etwas näher als Neptun.

Aphel heißt stets der sonnenfernste Punkt einer Planetenbahn, er beträgt bei Pluto gut 49,3 AE**, das Perihel ist dagegen der sonnennächste Punkt (29,66 AE). Die Intensität der Sonnenstrahlung ist da draußen übrigens über 2.400-mal kleiner als auf der Erde. Wer von dort aus die Sonne betrachtet, sieht nur noch einen blendend hellen Stern.

Während Neptun dreimal die Sonne umrundet, macht Pluto es genau zweimal. Die Astronomen nennen das eine 3:2-Bahnresonanz. Viele Objekte im Kuipergürtel haben sich für diese 3:2-Bahnresonanz mit Neptun entschieden. Lange Zeit hielten die Astronomen Pluto für einen Mond Neptuns, der irgendwann einmal, vielleicht durch einen Zusammenstoß mit einem anderen Objekt, aus der Bahn geflogen war.

Der achte Planet des Sonnensystems – Neptun

Eine andere Theorie besagt, dass der große Neptunmond Triton einst von dem großen Planeten Neptun eingefangen wurde. Dies habe das Neptunsystem so sehr gestört, dass Pluto wie von einem Kuckuck aus dem Nest gedrängt worden war. Tatsächlich spricht für das Einfangen Tritons dessen rückläufiger Umlaufsinn.

Im Zuge unserer Reise durchs Planetensystem werden wir Pluto und Neptun später noch einmal näher in Augenschein nehmen, versprochen!

*Der Kuipergürtel ist eine scheiben- beziehungsweise ringförmige Anhäufung Tausender Kometenkerne und Asteroiden jenseits der Neptunbahn ähnlich dem Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter.

**AE = Astronomische Einheit, der Abstand Erde-Sonne beträgt ungefähr 8,33 Lichtminuten.

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