Verschiedene Arten von Fernrohren

Ein Blick durch das Fernrohr lässt entfernte Objekte um ein Vielfaches näher und damit auch größer erscheinen. Erreicht wird das durch die Vergrößerung des Sehwinkels mithilfe von Linsen. Erstmals wurde ein solches, auch als Refraktor oder Teleskop bezeichnetes Gerät, im Jahr 1608 von Hans Lipperhey in Den Haag vorgeführt. Im darauffolgenden Jahr gelang Galileo Galilei der astronomische Durchbruch mit einem Lipperhey-Nachbau.

Verschiedene Bauweisen für unterschiedliche Einsatzgebiete

Bei Fernrohren handelt es sich grundsätzlich um eine Kombination optischer Linsen, die in einer mechanischen Konstruktion untergebracht sind. Abhängig davon, wie die Lichtstrahlen innerhalb des Rohres verlaufen, wird zwischen terrestrischen und astronomischen Teleskopen unterschieden.

Terrestrische Fernrohre wie das von Lipperhey oder Galilei haben als Objektiv eine konvexe Sammellinse, während eine Zerstreuungslinse kleinerer Brennweite als Okular dient. Liegen beide Bauteile im exakten Abstand, entsteht ein aufrechtes und seitenrichtiges Bild, jedoch mit kleinem Sichtfeld. Heute kommt das Prinzip des sogenannten Galilei-Fernrohrs beim Opernglas, bei der Fernrohrbrille und bei Telekonvertern zur Anwendung.

Auch wenn Galilei mit seinem Teleskop einige wichtige Entdeckungen am Sternenhimmel machte, als astronomisches Fernrohr eignet sich eine andere Bauform besser. Bei der erstmals im Jahr 1611 von Johannes Kepler beschriebene Variante dient eine konvexe Sammellinse mit geringer Brennweite als Okular. Der Abstand zwischen Okular und Objektiv entspricht der Summe ihrer Brennweiten. Das Gesichtsfeld ist größer als beim Galilei-Fernrohr. Das Bild steht allerdings auf dem Kopf und ist seitenverkehrt.

In der Astronomie stört das verkehrte Bild nicht, da die Ausrichtung der Beobachtungsobjekte in aller Regel keine Rolle spielt. Beim Einsatz für terrestrische Beobachtungen, beispielsweise bei Aussichtsfernrohren, wird eine Umkehrlinse für die Bildumkehr genutzt.

Fernrohr Arten

Für jeden Beobachter das richtige Fernrohr

Die Auswahl an Fernrohren, Zubehör und Literatur ist riesig. Jedoch eignet sich nicht jedes Modell gleichermaßen für jeden Anwendungsfall. Ein Kind, das Vögel oder andere Tiere beobachten will, benötigt ein anderes Fernrohr als eines, das den Einstieg in die Himmelsbeobachtung wagen möchte. Ein reiner Sternbeobachter braucht ein anderes Equipment als ein Astrofotograf.

Geht es um rein terrestrische Beobachtungen, reicht für den normalen Gebrauch ein kompakteres Fernrohr mit 60 Millimetern Objektivdurchmesser in Kombination mit einem Zoomokular. Diese Geräte sind handlich und leicht und können auch von Kindern gut benutzt werden. Auch die Planeten Jupiter und Saturn oder Details auf dem Mond sind damit schon recht gut zu erkennen. Ein Feldstecher ist für diesen Einsatzzweck ebenso gut geeignet.

Wer hauptsächlich das Sonnensystem beobachten möchte, ist mit einem Linsenteleskop gut bedient. Beim Erdmond und den Planeten handelt es sich um helle Objekte, die nicht viel Öffnung benötigen und von der kontrastreichen Abbildung eines Refraktors profitieren. Geht es hingegen darum, so tief wie möglich in den Weltraum einzutauchen und Nebel, Kugelsternhaufen und Galaxien zu bewundern, eignet sich ein Spiegelteleskop besser. Diese Fernrohre bieten für das gleiche Budget eine größere Öffnung als Linsenteleskope und sammeln dadurch mehr Licht.

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