Warum heißen Sternschnuppen eigentlich Sternschnuppen?

Diese Frage stellte mir prompt meine kleine Tochter Tina, nachdem es mir gelungen war, ihr zwei kurz aufleuchtende Ereignisse der Perseiden zu zeigen. Lieber wäre es mir gewesen, wenn sie so etwas gefragt hätte wie: „Papa, was hast du dir denn gewünscht?“ Doch nun musste ich eine ganze Weile nachdenken und meine Gedanken erst einmal zurück in die Vergangenheit reisen lassen.

Wenn die Menschen im Mittelalter solche Leuchterscheinungen, die es schon immer gab, gesehen haben, glaubten sie, dass der Himmel Schnupfen hat. Mehr noch, sie gingen davon aus, dass sich die Gestirne auf diese Weise reinigten. Aus diesem Grunde nannten sie damals die verglühenden Staubteilchen Sternschnuppen.

Auch der abgetrennte Docht einer Kerze wird übrigens als Schnuppe bezeichnet. Bis ungefähr ins Jahr 1810 wurden die Kerzen aus tierischem Fett hergestellt. Das war jedes Mal ein Spektakel, wenn die brannten, denn sie rußten furchtbar stark, wenn der Docht immer länger wurde. Daher musste der Docht immer wieder gekürzt werden, man sagte dazu: Der Docht wird „geschneuzt“. Zugleich musste die Kerze etwas von Schmutzteilchen und Ruß befreit werden, eben so, wie du deine Nase schnäuzt, wenn du Schnupfen hast.

Oftmals fiel das abgeschnittene Dochtstückchen, also die „Schnuppe“, noch glühend zu Boden. In diesen Momenten erinnerten sich die Menschen an jene kurzen Leuchtspuren, die zuweilen über das Firmament huschen. Auch die Sternschnuppen galten ja als Sternenabfall, der halt auf die Erde fiel. Zugleich sahen viele Menschen eine Drohung des Himmels in den Sternschnuppen.

Haben Sternschnuppen etwas mit dem Wetter zu tun?

Hast du schon mal das Wort „Meteorologie“ gehört, vielleicht im Zusammenhang mit dem Wetterbericht im Fernsehen? Wenn etwas in der Luft schwebte, bezeichneten die alten Griechen dies als „Meteor“. Aus diesem Grunde werden Sternschnuppen auch als Meteore bezeichnet. Tatsächlich glaubte man früher, dass es solche Meteore sind, die unser Wetter machen.

Erst um 1850 herum begannen die Menschen langsam zu verstehen, dass Sternschnuppen die Restteilchen von Kometenschweifen sind, durch die unsere Erde im Weltraum hindurch fliegt. Wenn die kleinen Körnchen dann in unsere Lufthülle in ungefähr 100 Kilometer Höhe eindringen, bringen sie unsere Luft dort zum Aufleuchten, so ähnlich wie eine Neonröhre, und das kann man sehr weit sehen.

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Jeden Tag fallen übrigens um die zehn Milliarden sogenannten Meteoroide in unsere Lufthülle hinein. Das ist eine unvorstellbar große Zahl, die man niemals abzählen könnte. Wenn ganze Meteorschauer ausgehend von einer bestimmten Stelle am Himmel auf die Erde herniederprasseln, bezeichnen wir diese nach dem Sternenbild, aus dem sie zu kommen scheinen, was aber so gar nicht stimmt.

Jedes Jahr im Juli und August kommen viele Sternschnuppen scheinbar aus dem Sternbild Perseus zu uns und deshalb werden sie Perseiden genannt. Um den 17. November herum werden wir wieder viele Sternschnuppen haben, sie kommen dann allerdings aus dem Sternbild Löwe. Der alte Vorname Leo ist davon abgeleitet, im Lateinischen bedeutet Leo nämlich „Löwe“. Also heißen die November-Sternschuppen „Leoniden“.

Und im Dezember werden uns noch die Geminiden besuchen. Sie kommen scheinbar aus dem Sternbild Zwilling daher und die Lateiner sagen zu Zwilling „Gemini“.