Was heißt hier „Blue Moon“?

Dieser Oktober bietet uns ein recht seltenes Spektakel, den „Blue Moon“. So richtig blau wird dann unser Mond allerdings nicht. Es handelt sich hierbei um eine eher historisch gewachsene Redensart. Auf jeden Fall stimmt es aber, dass das Ereignis nicht so oft vorkommt, denn eine Periode von circa 30 Monaten dauert ja schon ziemlich lange.

Once in a blue moon

Im englischen Sprachraum bedeutet der blaue Mond einen zweiten Vollmond, und zwar innerhalb desselben Monats. Weil das eben nicht so oft vorkommt, meint die Redensart „once in a blue moon“ stets ein eher seltenes Ereignis, das eben nur dann eintritt, wenn es mal wieder einen blauen Mond gibt. Frei übersetzen könnte man die Wendung mit „alle Jubeljahre mal“.

Wirrwarr um den blauen Mond

Für einen Umlauf um die Erde braucht unser Mond genau 29,53 Tage. Vor langer Zeit war das übrigens kürzer. Durch die Gezeitenreibung vergrößert der Mond kontinuierlich seine Bahn und verringert dabei seine Winkelgeschwindigkeit, aber das ist ein ganz anderes Thema. Fakt ist heute, dass zwölf Mondzyklen insgesamt 354 Tage ausmachen, elf Tage weniger als ein Umlauf der Erde um die Sonne dauert. In der Folge muss es also Jahre mit 13 Vollmonden geben und genau das passiert jetzt im Oktober 2020.

Früher einmal bezog sich der Begriff „Blue Moon“ auf den vierten Vollmond innerhalb einer Jahreszeit. Die drei Vollmonde davor hatten ihre speziellen Namen, zum Beispiel Frühsommer-, Mittsommer- und Spätsommermond. Wenn es dann sogar noch einen vierten Vollmond in derselben Jahreszeit gab, waren die Menschen hinsichtlich des Namens überfragt, aber nicht so die findigen Farmer in den USA, die kurzerhand den Blue Moon daraus machten.

Wir schreiben das denkwürdige Jahr 1946, als der Amateurastronom James Hugh Pruett im Journal „Sky & Telescope“ irrtümlich den zweiten Vollmond innerhalb desselben Monats mit Blue Moon bezeichnete und ausgerechnet diese Fehlinterpretation hat sich irgendwie durchgesetzt.

Bild von Yanis Ladjouzi auf Pixabay | Kann es doch einen blauen Mond geben?

Ein bisschen Wahrheit steckt in jedem Sprichwort

Tatsächlich ist es gar nicht unmöglich, dass unser Mond zuweilen auch mal einen bläulichen Schimmer erhält. Der Grund dafür liegt aber in unserer Atmosphäre, die zum Beispiel aufgrund eines Vulkanausbruchs mal besonders viele Staubteilchen einer bestimmten Größenordnung enthält. Das Licht des Mondes wird dann an diesen Partikeln gestreut, wobei die Streuwinkel wellenlängenabhängig sind. Im Ergebnis erscheint das Licht dann unter bestimmten Sichtwinkeln eher rötlich und dafür unter anderen Winkeln eher bläulich. Es ist dieselbe Physik, die auch dafür sorgt, dass unser Tageshimmel blau erscheint.

Der Blue Moon, den wir jetzt im Oktober 2020 erwarten dürfen, wird aber aller Voraussicht nach keinen Blauschimmer haben, es sei denn, bis dahin bricht vielleicht der Krakatau noch einmal aus. Auf den nächsten Blue Moon müssen wir dann wieder bis 2023 warten, wenn es am 1. und am 31. August zum Vollmond kommt (Fernrohr.de wird berichten ;-)).

Bild von mohamed Hassan auf Pixabay | Romantische Momente unter dem Vollmond

Also erst mal viel Spaß bei der Betrachtung des zweiten Oktobervollmonds am 31. Oktober 2020. Wir empfehlen dazu die romantischen Weisen über den „Blue Moon“ zum Beispiel von Ella Fitzgerald, Elvis Presley oder Rod Stewart, die ganz gewiss zutiefst vom Blue Moon inspiriert waren. Es lohnt sich wirklich, sich die folgenden Interpretationen mal anzuhören:


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Das tolle Beitragsbild ist von Okan Caliskan auf Pixabay.